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Berichte und Meinungen zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit:
| > Kirche gegen Rechts | angemacht | Rassismus begreifen |
- Ekkehard Schmidt - November 2001 -:
Kirche
gegen Rechts!
Gefordert
ist eine bewusste Einstellung, der entschiedene Einsatz aller Christen, ganz
gleich welcher Herkunft, welchen Alters, welcher Bildung, gegen Intoleranz,
Menschenverachtung, Ausländerfeindlichkeit.
Verabscheuungswürdig
und zu bekämpfen ist die nackte, brutale Gewalt jener kahlköpfigen,
schwarzgekleideten Jungmannen, die mit kriegerischen Schreien und rassistischen
Pöbeleien durch die Straßen unserer Republik marschieren, die mit Baseballschlägern
drohen, denen der Hass aus dem Gesicht schreit, mit denen man nicht reden und
nicht diskutieren kann, weil sie dann ihre blamable Unkenntnis historischer und
politischer Vorgänge zugeben müssten.
Die
Wurzeln dieses Rechtsradikalismus liegen aber im mittelständischen Bürgertum,
bei braven Bürgern, die keiner Fliege etwas zuleide tun können, die aber zuhören
und zusehen, wenn andere Menschen, Ausländer, Behinderte, Andersfarbige,
Andersgläubige, beleidigt, diskriminiert oder sogar tätlich angegriffen
werden. Das Jahr 2000 bietet eine erschreckende Bilanz solcher Untaten in
Deutschland. Gefordert sind also heutzutage Christen, die nicht schweigend
beiseite stehen oder zur Seite schauen, auch nicht, wenn nationalistische,
diskriminierende Aussprüche oder hämische Witze über Randgruppen gemacht
werden.
Es
ist noch nicht zu spät, um
eine Wiederholung des Jahres 1933 zu verhindern. Der Feind steht rechts, so
Das
Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde hat im Oktober beschlossen, das
Thema Rechtsradikalismus deutlich in das Bewusstsein der Gemeindearbeit zu
stellen.
Das
Q1 Jugend-Kulturzentrum bietet
im Jahr 2001 eine Veranstaltungsreihe an, in der in unterschiedlichen Formen
(Vorträge, Diskussionen, Rockkonzerte, u.a.) diese Problematik thematisiert
werden soll.
Ekkehard
Schmidt,
Mitglied des Presbyteriums der Ev.
Kirchengemeinde Bergisch Gladbach.
(Artikel erschienen in "Gruß und Einkehr" Gemeindebrief der Ev.
Kirchengemeinde Bergisch Gladbach, Ausgabe Dezember 2000
Beitrag aus unserem Forum, abgeschickt von Sefgi Eryurt am 05 August, 2001 um 15:47:12
Hallo
als Beitrag mag ich erwähnen das ich angemacht wurde!
man kann mir ansehn, dass ich eine Türkin bin und das schmerzt. Werde oft angemacht und beschimpft musste Klasse wechseln darum!
Ich bin 22 und habe Angst allein auf der Straße. Ständig diese Beschimpfungen, da kommt man sich beschissen vor!
Ich kann deutsch gut leiden doch diese Nazi-Idioten auf keinen Fall!
ich habe viele Brüder und die haben mich mal gerettet als mich ein deutscher
nazi angriff!
Es wahr mit sehr unangenehm ich wollte keinen Stress!!!
der Mann verletzte mich lebensbedrohlich, ich musste 5 Monate ins Krankenhaus und mein Schule konnte ich vergessen da schon zu viel Unterichtsstoff fehlte!
Ich verabscheue den Mann nicht, ich weiß nicht was ihn dazu trieb doch ich hoffe das die Toleranz gegenüber Ausländern sehr bald ansteigt und ich wieder mit ruhigem Gewissen auf die Straßen gehen kann!
ich hoffe, dass es ein wenig geschildert hat, wie man sich als Ausländer fühlt, für weitere Fragen stehe ich gern offen zur Verfügung.
vielen Dank fürs Interesse
Sefgi Eryurt
Rassismus begreifen:
Man braucht sich nur umzusehen, um es zu merken: Jeder ist
anders. Schon rein äußerlich unterscheiden wir uns nach Geschlecht, Kleidung,
Frisur, Haut-, Augen-, Haarfarbe usw.
In den letzten Jahrzehnten sind viele Menschen aus anderen Ländern nach
Deutschland eingewandert. Menschen auf der Suche nach Arbeit oder auf der Flucht
vor Vertreibung, Unterdrückung oder Krieg. Durch diesen Einwanderungsprozeß
sind die Unterschiede in der Bevölkerung, aber auch von kulturellen
Lebensstilen (z.B. Essen, Kleidung, Musik) in Deutschland wie in anderen europäischen
Ländern größer geworden. Nicht nur in der Schule, auch in Sportvereinen, im
Fernsehen, im Supermarkt, im Jugendzentrum, der Disco oder einfach auf der Straße
kannst Du das beobachten.
Oft haben Menschen die Neigung, bestimmten Gruppen von Menschen einen Namen zu geben. Dadurch scheint das Reden über diese Gruppen einfacher zu werden. Im Laufe der Jahre hat man den Menschen, die nach Deutschland eingewandert oder geflüchtet sind, unterschiedliche Bezeichnungen verpaßt: Fremde, Gastarbeiter, Asylanten, Ausländer.
In der Diskussion der letzten Jahre haben sich allmählich zwei andere Begriffe durchgesetzt: EinwandererIn bzw. MigrantIn, für alle diejenigen, die oder deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind, um hier auf Dauer zu bleiben, und Flüchtling für alle Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, um hier Schutz zu finden. Diese Bezeichnungen haben den Vorteil, daß sie beschreiben, warum diese Menschen hier sind. Dagegen sind Begriffe wie "Ausländer" oder "Asylanten" oft abwertend gemeint, sie legen nahe, daß diese Menschen nicht hierher gehören und sind meistens negativ gefärbt. Das ist der Grund, warum wir im folgenden von EinwanderInnen bzw. MigrantInnen und Flüchtlingen sprechen werden.
Über Jahrhunderte hinweg sind Menschen nach Deutschland aus- und eingewandert. Noch im letzten Jahrhundert brachen hunderttausende Deutsche nach Amerika auf, um dort ein neues Leben aufzubauen. Und zu Beginn dieses Jahrhunderts wanderten z.B. viele Polen ins Ruhrgebiet, weil durch die Industrialisierung Mangel an Arbeitskräften herrschte. Im Nationalsozialismus wurden Millionen von ZwangsarbeiterInnen nach Deutschland verschleppt, um in der Industrie Sklavenarbeit zu leisten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom
Nationalsozialismus kamen Millionen von Flüchtlingen aus Polen und osteuropäischen
Ländern nach Deutschland. In den 60er Jahren schließlich wurden Tausende von
Arbeitskräften aus den Mittelmeerländern (Italien, Spanien, Türkei,
Griechenland usw.) angeworben und ließen sich bald mit ihren Familien auf Dauer
in Deutschland nieder. Diese Gruppen leben seit nunmehr über 20 Jahren in
diesem Land, die meisten ihrer Kinder und Enkelkinder sind in Deutschland
geboren und aufgewachsen. Viele besitzen längst die deutsche Staatsangehörigkeit
oder kennen ihre Herkunftsländer nur noch aus dem Urlaub. Auch das zeigt, wie
unsinnig es ist, diese Gruppen noch länger als „Ausländer" zu
bezeichnen.
In den 80er und 90er Jahren schließlich kamen als Folge von Kriegen und
Vertreibungen sowie den Umbrüchen in Osteuropa verstärkt Flüchtlinge (v.a.
aus dem ehemaligen Jugoslawien) und sogenannte "deutschstämmige"
Einwanderer aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland.
Immer wieder mußten sich diese Gruppen von Neuankömmlingen
ihren Platz in der Gesellschaft erobern, waren und sind konfrontiert mit
Vorurteilen, Stereotypen, Diskriminierung und Rassismus.
Wenn negativ über EinwanderInnen und Flüchtlinge geredet wird, kann man oft
beobachten, daß "wir" und "sie" dabei gegenübergestellt
wird: "Wir" steht dann für positive Eigenschaften und "Sie"
für alles, was schlecht oder bedrohlich ist. "Sie" sind dann die
anderen. "Sie" sollen sich gefälligst anpassen. "Sie" sind
schuld an Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot usw. Auf diese Weise wird so getan, als
ob wir GegnerInnen wären.
Es ist merkwürdig, viele Jugendliche in den Großstädten haben mehr Freunde nichtdeutscher Herkunft, als ihre Eltern je gehabt haben. Sie haben mehr gemeinsam, als sie unterscheidet. Zum Beispiel ihre Schule und Ausbildung, ihren Musikgeschmack, Sport und Kleidung. Die Unterschiede aufgrund von körperlichen Merkmalen oder Herkunft spielen bei diesen Jugendlichen keine Rolle mehr. Sie haben längst akzeptiert, daß Deutschland ein Einwanderungsland ist und daß in der Unterschiedlichkeit das Gemeinsame liegt.
(ARIC-NRW) Anti-Rassismus-Informations-Centrum, Niederstr. 5, 47051 Duisburg
Internetseite: Rassismus begreifen
Sozialistische Interpretationsversuche zum geschichtlichen Phänomen Faschismus.
Beitrag aus unserem Forum von "Ernst".
3
Frageansätze treten in dieser Studie in den Vordergrund :
a)
Unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen entstehen faschistische
Bewegungen/Tendenzen ?
b)
Welche Funktion erfüllt der Faschismus?
c)
Welche Ideologie und Organisationsform besitzen faschistische Systeme?
Der
folgende (komprimierte) Darstellungsversuch des Faschismus beinhaltet keine
unterschiedlichen Standpunkte zu dem Thema. Es folgt
die sozialistische Deutung in Form von Thesen (Primärquellen
sozialistischer Theoretiker ), deren Beurteilung, Akzeptanz oder Revision dem
Leser überlassen bleibt.
·
August Thalheimer: Über
den Faschismus (1930)
Das
Entscheidende ist die Gesamtheit der Klassenverhältnisse einer gegebenen
Gesellschaft. Der Bonapartismus , die Verselbständigung der Exekutivgewalt ,
ist die schließliche und zugleich verfaulteste Form der bürgerlichen
Staatsmacht in dem Stadium , nachdem diese bürgerliche Gesellschaft am stärksten
bedroht gewesen ist durch den Ansturm der proletarischen Revolution und nachdem
die Bourgeoisie ihre Kraft erschöpft hat in der Abwehr dieses Ansturms [siehe
19. Jahrhundert Frankreich und Deutschland ]. Somit ist der Bonapartismus eine
Form der bürgerlichen Staatsmacht im Zustand der Verteidigung , derVerschanzung,
der Neubefestigung des kapitalistischen Systems im allgemeinen gegenüber der
revolutionären Arbeiterbewegung. Er ist eine Form der offenen politischen
Diktatur des Kapitals.
Seine
andere Form , aber nahe verwandte, ist die faschistische Staatsform. Der
gemeinsame Nenner ist das Diktat der Kapitalisten. Ihre Erscheinungsform ist
wiederum die Konzentration der politischen Macht in der Exekutive und die
Unterwerfung der arbeitenden Klassen (Arbeiter, Bauern und Kleinbürgertum)
unter diese Perversion . Folglich besteht der Klasseninhalt in der Herrschaft
des Großbürgertums (= Großkapital) und der Privateigentümer über die
Arbeiterklasse und alle anderen objektiv vom Kapitalismus ausgebeuteten
Klassen...
·
Dimitroff-Kuusinen:
Der Klassencharakter des Faschismus (30iger Jahre)
Wir müssen beim Faschismus zwischen der Zusammensetzung
oder
Anhängerschaft und dem objektiven Klassencharakter
unterscheiden. Der Faschismus versucht , dem Monopolkapital die
Massenbasis unter dem Kleinbürgertum zu sichern, und wendet sich dabei u.a. an
die deklassierten Elemente in den Großstädten. Er ist jedoch auch bestrebt, in
der Arbeiterklasse sein ideologisches Terrain zu schaffen.
Der
Klassencharakter des Faschismus ergibt sich allein daraus , welche
Klassenpolitik er betreibt , welcher Klasse er dient. Der Faschismus ist die
Politik des Großkapitals. Der Faschismus an der Macht ist die offene,
terroristische Diktatur des Finanzkapitals [= Verschmelzung von Industrie- und
Bankenkapital]. Der Grund für den Übergang von der bürgerlich-demokratischen
Form der Kapitalherrschaft zur offen faschistischen ist in der allgemeinen Krise
des kapitalistischen Systems zu suchen , in der Furcht vor der herannahenden
proletarischen Revolution.
Das
Anwachsen des Faschismus bedeutet , dass die Kapitalisten nicht mehr imstande
sind , ihre Herrschaft mit den alten Methoden des Parlamentarismus und der bürgerlichen
Demokratie zu behaupten. Mehr noch : Die bürgerliche Demokratie wird zum Hemmschuh für die Kapitalisten in ihrer inneren Politik ( Kampf
gegen das organisierte Proletariat ) wie in der Außenpolitik - im Falle des
Faschismus eines imperialistischen Kapitalismus heißt das konkret: Kampf für
die imperialistische Neuaufteilung der Welt , der Märkte (geo-strategisch und
ökonomisch)...
·
Aus einem
sozialistischen Wörterbuch
Um
die Wirkung der aus der kapitalistischen Produktionsweise
gesetzmäßig erwachsenen antagonistischen Widersprüche zu paralysieren
und alle Ressourcen des Landes der Verfügungsgewalt der einflussreichsten
Gruppen der Monopolbourgeoisie zu unterwerfen, deren Herrschaft zu stabilisieren
und ihr innen- und außenpolitisches Programm zu realisieren , bedient sich der
Faschismus neben dem politischen Terror in ausgedehntem Maße der
reglementierenden Mittel des staatsmonopolistischen Herrschaftssystems. Die Aufrüstung
und Militarisierung der Volkswirtschaft sowie aller anderen Bereiche des
gesellschaftlichen Lebens wird in ungeahnter Weise forciert und ideologisch
vorbereitet.
Die
Ideologie des Faschismus stellt ein Konglomerat chauvinistischer, rassistischer,
irrationalistischer, mystizistischer und sozialdemagogischer Theorien dar ; ihr Kern ist der fanatische Antikommunismus...
·
Leo Trotzki: Die
militante Aggressivität des Faschismus (1933)
Der
deutsche wie der italienische Faschismus stiegen zur Macht über den Rücken des
Kleinbürgertums , das sie zu einem Rammbock gegen die Arbeiterklasse und die
Einrichtungen der Demokratie zusammenpressten. Aber der Faschismus , einmal an
der Macht , ist alles andere als eine Regierung des Kleinbürgertums , sondern
vielmehr die Macht des Kapitals...
·
Reinhard Kühl:
Entwicklung und Struktur faschistischer Bewegungen
Durch
die Oktoberrevolution 1917 in Russland wurde die Kette des Kapitalismus
durchbrochen , und es zeigte sich , dass derselbe dauerhaft überwunden werden
konnte. Nach dem Sieg der Bolschewiki erstarkte die Arbeiterbewegung in Europa
, und eine Welle von Streiks und revolutionären Erhebungen folgte. Von nun
an stellte die sozialistische Bewegung für das kapitalistische System eine
Bedrohung dar...
Ø
Faschismus als
antikommunistische Organisation und Existenzangst sowohl der herrschenden Klasse
als auch des vor der Proletarisierung stehenden Mittelstandes (Konkurs des
Kleinkapitals ; weitere Konzentration und Zentralisation des Kapitals in den Händen
der Großbourgeoisie)...
Der
Faschismus in vom Imperialismus abhängigen , kolonialen und halb-kolonialen
, halb-feudalen Ländern (aus:,, Antioligarchischer Befreiungskampf in der 3.Welt´´)
Der
Faschismus in halb-kolonialen Ländern ist in einem anderen Entwicklungsprozess
begriffen. Dies hat folgende Gründe :
a)
Vorherrschen einer dauerhaften Systemkrise aufgrund der ökonomischen und
politischen Abhängigkeit vom Imperialismus (siehe anhand des Beispiels der
sogenannten ,,Montageindustrie´´ in den genannten Ländern , welche die ökonomischen
Abhängigkeitsverhältnisse exemplifiziert ;Devisenmangel... )
b)
Die historische Lücke der bürgerlich-demokratischen Revolution
Ø
Die nunmehr historische
Unmöglichkeit des Aufbaus der bürgerlichen Demokratie und ihrer ,,Freiheiten"
(betrachte in diesem Zusammenhang die leninistische Theorie von der Permanenten
Revolution)
c)
geringe ökonomisch-soziale Bedeutung des Mittelstandes aufgrund der
krassen Klassenwidersprüche
d)
Revolutionäre Militanz der Opposition an der ,,Peripherie des
Imperialismus´´(Lenin) ; der Peripheriecharakter dieser Länder ergibt eine
relative Schwäche des Systems zur Opposition und folglich unkontrollierbare ,
revolutionäre Dynamiken im Volk ; die Sichtbarkeit des sozialen Elends unterstützt
den oppositionellen Elan (in den imperialistischen Ländern bedarf es in
Perioden des ,,Wohlstandes´´ einer zusätlichen Mühe , den Arbeitern ihr
Elend klarzumachen > geringfügigere Resonanz für die Idee der
proletarischen Revolution)
Folglich
kommt der Faschismus hier nicht über eine ungeheure Massenbasis an die Macht
(siehe Dtld.&Ital. vor dem 2.Weltkrieg) - obwohl er dies anstrebt- sondern
über die militärische Machtergreifung. Die Miltär-Junta übernimmt die Macht
und reorganisiert die Abhängigkeit vom Imperialismus im Auftrag des
Imperialismus und der heimischen, pro-imperialistischen , kollaborativen
Oligarchie (Klassenkoalition zwischen Großkapital , Großgrundbesitz und
wuchernden Spekulateuren ). Die Monopolbourgeoisien der 3.Welt , welche
untrennbar sind von den Monopolkapitalisten der imperialistischen Metropolen,
stellen in dieser Klassenallianz der Herrschenden den Hegemon dar
(Hegemonialstellung), sind aber dennoch angewiesen auf die Koalition mit präkapitalistischen
Elementen (feudale Großgrundgrundbesitzer), wo dies (historisch) noch
erforderlich ist (Widersprüche in der herrschenden Oligarchie). Doch die
weitere Entwicklung des Kapitalismus in diesen Ländern -einhergehend mit den
Befreiungsbewegungen antifeudaler Natur - ist im Begriff , den Feudalismus nach
und nach zu liquidieren , um somit den kapitalistischen Entwicklungsprozess zu
beschleunigen und der heimischen Monopolbourgeoisie nahezu unbegrenzte Macht zu
verleihen - also auch Unabhängigkeit von anderen Klassen mit Anspruch auf
Herrschaft.
Abschließend:
Es bedarf nicht großer Einsicht, um zu verstehen , dass der Faschismus sowohl in Entwicklungsländern als auch in den hochentwickelten Industrienationen nicht über Nacht die Macht zu ergreifen vermag. Ein Faschisierungsprozess (Stärkung repressiver Apparate des Staates + zivilfaschistischer Bewegungen > Intensivierung der Angriffe gegen das Volk) bereitet die endgültige Machtübernahme vor, falls dieselbe als notwendig betrachtet wird. Die Notwendigkeit hingegen ist abhängig von der Stärke der Opposition zur bürgerlichen Gesellschaftsordnung.